NACH OBEN

Gefördert (Sept. 2026 — Aug. 2029) vom

Programm für deutsch-französische Forschungsprojekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften
der Agence Nationale de la Recherche (ANR) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 

SEER will involve 1 Bochum-based (AOS: semantics/philosophy of language; deadline: April 1, 2026) and 1 Grenoble-based postdoc (AOS: philosophy of memory). 

Please find the call for the Bochum position here: https://jobs.ruhr-uni-bochum.de/jobposting/3e61519337e7b94f1573921e706d9124622094610?ref=homepage

Wenn wir uns an ein Ereignis aus unserer persönlichen Vergangenheit erinnern, konstruieren wir eine mentale Repräsentation von diesem Ereignis. Diese Repräsentation fängt ein, wie es war, das Ereignis zu erleben und enthält reichhaltige quasi-perzeptuelle Informationen über dieses Ereignis. SEER untersucht solche episodischen Gedächtnisrepräsentationen aus der Perspektive von Semantik und der Philosophie des Gedächtnisses. 

SEER entwickelt einen neuen theoretischen Rahmen für diese Repräsentationen, der sie durch dieselben (semantischen) Werkzeuge analysiert wie sprachliche und bildliche ‘Bedeutungen’ (z.B. mögliche Welten, Wahrheitsbedingungen, Projektion). Es will zeigen, wie dieser Rahmen

  • zur Beantwortung aktueller Fragen aus der Philosophie des Gedächtnisses beiträgt,
  • für Metaphysik, Erkenntnistheorie, Psychologie & Neurowissenschaft hilfreiche neue Begriffe einführt und
  • eine Plattform für den wechselseitigen Austausch zwischen Semantikern und Gedächtnisphilosophen bietet.

SEER verfolgt die oben genannten Ziele in drei Schritten:

  • Erstens wird es zeigen, dass episodische Gedächtnisrepräsentationen die semantischen Eigenschaften von sprachlichen und ikonischen Repräsentationen teilen und mithin durch formale Theorien für diese Repräsentationen analysiert werden können.
  • Zweitens wird es zeigen, wie diese Analyse bestehende Theorien und Begriffe aus der zeitgenössischen Philosophie des Gedächtnisses präzisiert. 
  • Drittens wird es zeigen, dass diese Analyse für die Semantik und Sprachphilosophie selbst gewinnbringend is. 

SEER illustriert die Vorteile dieser Analyse an drei aktuellen Themen aus der Philosophie des Gedächtnisses: Erinnerungen aus nicht-veridischen Erfahrungen wie Träumen, Erinnerungen an wiederholte Ereignisse und episodisches zukunftsgerichtetes und kontrafaktisches Denken. Diese Arten von Denken involvieren existenziell nicht-verpflichtende, referenziell unspezifische und nicht-faktische Repräsentationen.