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Ausgewählte aktuelle Forschungsprojekte

Beteiligte Forschende: Kristin Flugel und Dr. Katharina Vogel (Projektmitarbeiterinnen), Prof. Dr. Norbert Ricken und Prof. Dr. Joachim Scholz (Projektleitung), Dr. Henning Röhr, Marco Lorenz, Friederike Thole.

Drittmittelgeber: DFG

Laufzeit: 2022-2025

Zusammenfassung: Das Forschungsprojekt ist Teil des an der Ruhr-Universität Bochum eingerichteten Sonderforschungsbereichs »Virtuelle Lebenswelten« (SFB 1567, Leitung: Stefan Rieger). Ausgangspunkt des Teilprojekts »Virtuelle Bildung« ist die Beobachtung, dass auch in pädagogischen Feldern bereits in selbstverständlicherer und vielfältigerer Weise mit virtuellen Objekten, Settings und Praktiken umgegangen wird, als oft in den Debatten zur ‚Digitalisierung des Pädagogischen‘ unterstellt wird. Virtualität ist in unterschiedlichen Bedeutungsfacetten längst auch zum Kennzeichen pädagogischer Lebens- und Wissenswelten geworden und prägt nicht nur Wissensaneignungs- und (mit diesen im Rahmen von Plattformen und deren Datenproduktion verschränkte) Wissensproduktionspraktiken, sondern auch jeweilige Zugänge und (Aus-)Wahlmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt auf die Erforschung von Praktiken und Formen des Bildungswissens in virtuellen Kontexten und fragt sowohl nach deren Formation als auch Transformation; es ist daher von Anfang an sowohl gegenwartsorientiert (Unterprojekt B03.1, Norbert Ricken) als auch historisch (Unterprojekt B03.2, Joachim Scholz) angelegt. Dabei wird mithilfe des Konzepts des „Bildungswissens“ (Ricken, Reh, Scholz 2022) eine dezidiert wissenstheoretische und -geschichtliche Perspektive genutzt, um in spezifischer Weise die mit ‚Bildung‘ – seit ihrer Etablierung um 1800 – verbundenen Wissenspraktiken und -ordnungen analysieren zu können. Mit ‚Bildungswissen‘ wird nicht nur jenes Wissen und die dieses konstituierenden Praktiken bezeichnet, das die ältere Generation seit jeher der jüngeren auf- und mitzugeben versucht, sondern sowohl eine spezifische Struktur als auch eine spezifische Thematisierungs- und Reflexionsform von Wissen in intergenerationaler Perspektive in den Blick genommen. In seiner Form als ein spezifisches ‚Wissen über Wissen‘ erlaubt Bildungswissen daher die perspektivische Analyse von Wissenskulturen.

Exemplarischer Untersuchungsgegenstand des Projekts sind zunächst Wissenspraktiken im Bereich der sogenannten ‚höheren Bildung‘. Im Vordergrund stehen dabei einerseits Programmatiken und andererseits ein heterogenes Bündel an Wissenspraktiken, die heuristisch in Praktiken der Textaneignung und  auseinandersetzung, der Ordnung von Wissen sowie der Prüfung und schließlich ihrer Verarbeitung und Anschlussbildung in einer Post Prüfungsphase ausdifferenziert werden. Zugleich werden die in diesen Praktiken gebildeten Formen des Wissens hinsichtlich ihrer Ordnungen, Logiken und Funktionen untersucht und auf Wissenskulturen und deren Formationen und Transformationen bezogen. Leitend sind daher vier Frageperspektiven:
(1) Wie gestalten sich Formen und Praktiken von Bildungswissen in von Virtualität geprägten pädagogischen (Lebens-)Welten aus und durch welche Strukturmomente sind sie gekennzeichnet?
(2) Welche Wissenskulturen und -ordnungen resultieren aus diesen Wissenspraktiken und wie sind durch Virtualität geprägte Wissens- und Vorstellungswelten jeweilig hinsichtlich ihrer epistemischen Subjektformen (Subjektivierung) und epistemischen Objektformen (Objektivierung) strukturiert?
(3) Inwiefern und in welchen Hinsichten kann gegenwärtig mit Blick auf die Geschichte der Bildungs- und Wissenspraktiken seit 1800 von einem Wandel, einer Transformation des Bildungswissens
gesprochen werden?
(4) Wie lasst sich Bildungswissen praxeologisch fassen und als systematisches Konzept für erziehungswissenschaftliche Forschungen fruchtbar machen?



Beteiligte Forscher: Niklas Obergassel, Julian Roelle

Drittmittelgeber: DFG

Laufzeit: 10/21 - 09/24

Zusammenfassung: The learning of declarative concepts (i.e., the learning of key terms and corresponding definitions of abstract concepts) constitutes a common learning objective in almost every learning domain. In view of this common and cross-domain learning objective, the question on how to effectively foster the learning of declarative concepts has been widely addressed in educational psychological research. As a main result of the numerous studies conducted, tasks that mainly engage learners in knowledge construction by encouraging them to organize and elaborate on the learning materials (i.e., generative learning tasks) and tasks that mainly engage learners in retrieval practice by encouraging them to retrieve the introduced declarative concepts from memory (i.e., retrieval practice tasks) have emerged as being particularly helpful in supporting the acquisition of declarative concepts. However, although both types of tasks are not only evidently effective in fostering the learning of declarative concepts but also fulfill theoretically complementary functions for learning (i.e., generative learning tasks predominantly improve the structure of mental representations, whereas retrieval practice tasks predominantly consolidate existing mental representations), to date, very little research has dealt with the question of how the two types of learning task can be combined in the learning of declarative concepts such that the potential of knowledge construction and retrieval practice can be jointly exploited. Against this background, the aim of this project is to investigate in three experiments, whether, how, and depending on which conditional factors generative learning tasks and retrieval practice tasks can be effectively combined in learning declarative concepts.

 

 

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Beteiligte Forscher: Prof. Dr. Gabriele Bellenberg, Dr. Denise Demski

Drittmittelgeber: BMBF

Laufzeit: April 22-März 25

Zusammenfassung: Das Projekt ABBAUBAR untersucht, inwieweit eine bedarfsorientierte Steuerung des staatlichen Ressourceneinsatzes zum Abbau von Bildungsbarrieren beitragen und somit potenziell gesellschaftliche Teilhabe befördern kann. Im Rahmen einer bedarfsorientierten Ressourcensteuerung erhalten etwa Schulen mit schwierigen sozialen Rahmenbedingungen zusätzliche Ressourcen für ihre Arbeit – zum Beispiel in Form von zusätzlichen Lehrerinnen- und Lehrerstellen oder Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern. Das systematische Wissen über die Wirksamkeit einer bedarfsorientierten Ressourcensteuerung, das im Projekt gewonnen wird, ist insbesondere für Bildungsadministration und -praxis zur weiteren Ausgestaltung des Reformansatzes von hohem Nutzen. Durch die enge Zusammenarbeit mit vier Kommunen können die Erkenntnisse direkt in die Umsetzung einer bedarfsorientierten Ressourcensteuerung einfließen; weitere Maßnahmen (z.B. Workshop, Fachkonferenz, Publikationen) sichern zudem einen Transfer in die Breite.

 

 

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Beteiligte Forscher: Marc Stadtler, Sandra Aßmann, Philipp Marten

Drittmittelgeber: Deutsche Telekom Stiftung

Laufzeit: 07/22 - 06/25

Zusammenfassung: Das Ziel des Projekts besteht darin, einen Beitrag zur Förderung von Resilienz gegenüber Falschinformationen im Netz zu liefern und die selbstbestimmte Teilhabe Jugendlicher am Wissen unserer Gesellschaft zu fördern. Hierzu werden Lehr-Lernszenarien entwickelt, in schulischen und außerschulischen Bildungssettings implementiert und mit den Methoden der quantitativen Bildungsforschung im Hinblick auf Kompetenzzuwächse und Gelingensbedingungen evaluiert. Das Projekt adressiert sowohl Jugendlich als auch Multiplikator:innen, für die Online-Fortbildungen und Webinare angeboten werden.

 

 

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Beteiligte Forscher: Prof. Dr. Sandra Aßmann, Prof. Dr. Nikol Rummel, Prof. Dr. Christian Bunnenberg

Drittmittelgeber: BMBF

Laufzeit: Mai 2020 - April 2023

Zusammenfassung:  Gedenkstätten und Museen vermitteln Geschichte zunehmend über digitale Medien. Anwendungen der Virtuellen Realität (VR) haben hierbei einen besonderen Reiz, da sie Vergangenes eindringlicher erlebbar und erfahrbar machen als dies beispielsweise bei Vorträgen im Klassenraum möglich ist. Das Eintauchen in virtuelle Welten birgt aber auch die Gefahr, dass Lernende mit dem Erlebnis alleine gelassen werden und die Darstellungen unreflektiert als Abbild der Vergangenheit übernehmen. Insbesondere bei emotional aufwühlenden Themen ist bislang unbekannt, wie Personen reflektieren, was sie in virtuellen Umgebungen gesehen, gehört und erlebt haben.

Hier setzt das Verbundprojekt an und kombiniert geschichtsdidaktische, erziehungswissenschaftliche sowie sozial- und medienpsychologische Expertise, um dem Phänomen des Aufwachens aus virtuellen Welten und der anschließenden Kommunikation über das Erlebte auf die Spur zu kommen. Die Forschenden der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen untersuchen gemeinsam mit dem Software-Entwickler ATINO die Erfahrungen von Jugendlichen und Erwachsenen mit geschichtsbezogenen VR-Anwendungen. Dabei beleuchten sie (mittels einer eigens entwickelten App) insbesondere die digital unterstützte Reflexion von Lerninhalten, nachdem die Lernenden die virtuelle Umgebung verlassen haben. Außerdem nehmen sie die emotionale Belastung und das Verständnis der geschichtlichen Situation in den Blick. Die übergeordneten Fragestellungen des Projekts lauten:

Welche Rolle spielen soziale und virtuelle Interaktionen in Bezug auf Reflexionsprozesse?
Wie kann Vereinzelung und Emotionalität in Folge der Nutzung von VR-Anwendungen entgegengewirkt werden?
Welche Bedeutsamkeit hat die Verlagerung des Reflexionsprozesses in den virtuellen Raum?

Die Forschenden kooperieren eng mit zwei Gedenkstätten, die bereits VR-Anwendungen einsetzen, um die Ergebnisse der Arbeit mit VR-Anwendungen im Schülerlabor und in Gedenkstätten zu vergleichen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden dazu beitragen, Bildungsprozesse in der virtuellen Realität besser zu verstehen und die Bildungsarbeit an außerschulischen Lernorten wie Museen und Gedenkstätten didaktisch weiter zu entwickeln. Zudem geben die Forschenden Hinweise, wie Software ausgestaltet sein muss, die VR-Erlebnisse angemessen begleiten kann. Die Ergebnisse fließen außerdem in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften ein.

 

 

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Beteiligte Forscher: Prof. Dr. Angela Sasse , Prof. Dr. Nikol Rummel, Dr. Veelasha Moonsamy , Prof. Dr. Florian Meißner 

Drittmittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 15.9.2022-14.09.2025

Zusammenfassung:  Das Projekt hat zum Ziel, Methoden und Werkzeuge zur Steigerung der digitalen Fitness von Bürgern und Bürgerinnen im Bereich IT-Sicherheit und Privatsphäre zu entwickeln und zu evaluieren. Im Rahmen der ausgeschriebenen Stelle soll ein Lernkonzept zur Steigerung der digitalen Fitness entwickelt und evaluiert werden. Hierfür soll im ersten Schritt eine experimentelle Erhebung von aktuellen mentalen Modellen über IT-Sicherheitsrisiken und -bedrohungen durchgeführt und ausgewertet werden. Basierend darauf soll ein Lernkonzept zur Transformation lückenhafter und / oder inkorrekter mentaler Modelle entwickelt und dieses im Rahmen von experimentellen Studien evaluiert und optimiert werden.

 

 


Beteiligte Forscher: Prof. Dr. Joachim Scholz

Drittmittelgeber: DFG

Laufzeit: Bis Juni 2026

Zusammenfassung:  Das Teilprojekt erforscht in einem ethnographisch-gegenwartsbezogenen und einem historischen Unterprojekt Wissenspraktiken des universitären Studierens. Für ausgewählte geisteswissenschaftliche Disziplinen werden Vorstellung vom richtigen Studieren sowie Praktiken der Aneignung, Ordnung und der Prüfung von Wissen rekonstruiert. Das historische Unterprojekt fokussiert hierbei auf die Zeitschnitte 1800 und 1900 als Umbruchsphasen. 

 

 


Beteiligte Forscher: Prof. Dr. Nikol Rummel, Sebastian Strauß, Ann-Christin Falhs (RUB),  Prof. Knut Neumann (IPN Kiel), Prof. Ulrike Cress (IKM Tübingen), Prof. Hendrik Drachsler (Leibniz Institute for Research and Information in Education, Frankfurt)

Drittmittelgeber: Leibniz Gemeinschaft (Leibniz Association)

Laufzeit: 04/2021 – 03/2024

Zusammenfassung:  Durch digitale Lernumgebungen können das Verständnis und die Leistung von Lernenden während des Lernprozesses modelliert und Vorhersagen über den potenziellen Fortschritt jedes einzelnen Lernenden getroffen werden. Das interdisziplinäre Projekt „ALICE“ (Analyzing Learning for Individualized Competence development in mathematics and science Education) greift dies auf, indem theoretische und methodische Grundlagen für die adaptive Unterstützung von Lernenden im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht geschaffen werden. Hierfür werden digitale Lernmaterialien entwickelt und erprobt sowie anhand der gewonnenen Daten Vorhersagemodelle zur Kompetenzentwicklung der Lernenden erstellt. Der Rekonstruktion der Lernpfade folgt die Untersuchung der Wirksamkeit der verschiedenen Pfade  sowie der entwickelten didaktischen Unterstützung hinsichtlich der zu erreichenden Lernziele.