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Auszeichnung Tractatus-Preis

03.09.2026

Screenshot 2026-09-03 143000

Frau Prof. Dr. Maria-Sibylla Lotter (Institut I für Philosophie) wurde für ihr Buch Opfer. Verwundbarkeit als Selbstbild (Hanser 2026) mit dem diesjährigen Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet. Das Buch untersucht eine allmähliche Verschiebung unseres Menschenbildes: Während lange Autonomie, Freiheit und Handlungsfähigkeit im Vordergrund standen, hat seit den 1980er Jahren die Aufmerksamkeit für Verwundbarkeit und Opfererfahrungen stark zugenommen. Lotter zeichnet diese Entwicklung anhand der Ausweitung des Traumabegriffs und anderer psychiatrischer Kategorien sowie der Erweiterung und Neukonstruktion moralischer Begriffe wie Gewalt, Rassismus und Mikroaggression nach. Sie fragt nach den gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung: Welche neuen Formen des Schutzes, der Anerkennung und Selbstermächtigung ermöglicht die stärkere Aufmerksamkeit für Verwundbarkeit – und wo kann sie ihrerseits Eigenverantwortung, wechselseitigen Respekt und die Fähigkeit zum Austragen von Konflikten beeinträchtigen? Das Buch hat seit seinem Erscheinen eine breite Resonanz in Presse und Rundfunk gefunden.

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Frau Prof. Dr. Maria-Sibylla Lotter (Institut I für Philosophie) wurde für ihr Buch Opfer. Verwundbarkeit als Selbstbild (Hanser 2026) mit dem diesjährigen Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet. Das Buch untersucht eine allmähliche Verschiebung unseres Menschenbildes: Während lange Autonomie, Freiheit und Handlungsfähigkeit im Vordergrund standen, hat seit den 1980er Jahren die Aufmerksamkeit für Verwundbarkeit und Opfererfahrungen stark zugenommen. Lotter zeichnet diese Entwicklung anhand der Ausweitung des Traumabegriffs und anderer psychiatrischer Kategorien sowie der Erweiterung und Neukonstruktion moralischer Begriffe wie Gewalt, Rassismus und Mikroaggression nach. Sie fragt nach den gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung: Welche neuen Formen des Schutzes, der Anerkennung und Selbstermächtigung ermöglicht die stärkere Aufmerksamkeit für Verwundbarkeit – und wo kann sie ihrerseits Eigenverantwortung, wechselseitigen Respekt und die Fähigkeit zum Austragen von Konflikten beeinträchtigen? Das Buch hat seit seinem Erscheinen eine breite Resonanz in Presse und Rundfunk gefunden.