An unserer Fakultät beschäftigen sich über 3000 Studierende und mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wissenschaft sowie Verwaltung in drei Instituten mit philosophischen und erziehungswissenschaftlichen Lehrinhalten und Forschungsschwerpunkten. Wir zeichnen uns durch ein breit gefächertes geistes- und gesellschaftswissenschaftliches Angebot aus, mit welchem wir eine multiperspektivische, methodisch vielfältige und gesellschaftlich hochrelevante Lehre und Forschung bieten.
Die Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft stellt sich klar gegen jede Form der Diskriminierung oder Diffamierung von Menschen oder Gruppen aufgrund deren Herkunft, religiöser Zugehörigkeit, Nationalität, körperlicher Verfassung, sexueller Identität, Geschlechts, Einkommensverhältnisse oder ihres Alters.
Unser Mitgefühl gilt allen, die unter Hass, Verfolgung, Not und Krieg leiden!
Prof. Dr. Bernd Zymek (1944–2026)
Am 5. August 2026 ist Bernd Zymek im Alter von 82 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren wir einen national und international geschätzten Bildungshistoriker und Erziehungswissenschaftler, der an den Universitäten Bochum und Münster über lange Jahrzehnte gelehrt und geforscht hat und die sozialhistorische Bildungsforschung entscheidend mitgestaltet hat. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Würzburg und Bochum, das er 1969 mit dem Staatsexamen abschloss, hat er bereits mit der Promotion (1974) einen eigenständigen wissenschaftlichen Weg eingeschlagen. Seine Dissertation »Das Ausland als Argument in der pädagogischen Reformdiskussion« (1975) hat lange im Diskurs nachgewirkt, insbesondere auch in der Internationalen und Vergleichenden Erziehungswissenschaft. Im Anschluss daran hat er sich 1981 im Rahmen des von der DFG geförderten Verbundprojekts »Qualifikationskrisen und Strukturwandel des Bildungssystems« an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Arbeit zum Strukturwandel im höheren Schulsystem Preußens habilitiert. Das auch in diesem Kontext – nicht zuletzt durch Detlef K. Müller – vorangetriebene Forschungsprogramm einer „Sozialgeschichte der Bildung“ blieb für ihn maßgeblich. Es war zugleich Ausdruck und Motor des disziplingeschichtlichen Wandels von der alten historischen Pädagogik zur historischen Bildungsforschung, der von Bernd Zymek entscheidend mitgeprägt wurde. 1997 folgte er einem Ruf nach Münster auf eine Professur für Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 innehatte. Seine Antrittsvorlesung, ein bildungshistorischer Kommentar zu den Forderungen der Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen, zeigt einen Schwerpunkt seiner späteren Arbeiten, nämlich eine bildungshistorisch kontextualisierende kritische Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Reformagenden. Hierbei knüpfte er an ein bildungshistorisches Forschungsprogramm an, das die politischen, sozialen und weltanschaulichen Konflikte um Reformprogramme und -prozesse im Bildungssystem in ihrer Verflochtenheit mit sozialen Strukturen und mentalen Traditionen beleuchtet. Statt selbst Teil einer Reformagenda zu werden, trägt eine so ausgerichtete historische Bildungsforschung zu analytisch-kritischer Distanz bei. Historische Kontextualisierung kann so die in Bildungsforschung und Bildungspolitik oftmals reklamierten universalistischen Ansprüche irritieren und Reformambitionen zu einem neuen Realismus verhelfen. Bernd Zymek war auf Tagungen und Konferenzen ein gefragter Referent und Diskutant. In Erinnerung bleiben uns nicht nur seine wissenschaftlichen Beiträge, sondern auch sein wissenschaftliches Ethos, das auf seine Weise sachlichen Ernst mit Leidenschaft und Temperament verband. [Johannes Bellmann (Münster) | Norbert Ricken (Bochum)