Seit Dezember 2025 ist unser Arbeitsbereich Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Verbundprojekts „MUTSPRUNG – Mehrdimensionale Untersuchung & Transfermaßnahmen mit Studierenden & Promovierenden für Resilienz und nachhaltige Gesundheit“. Ziel des Projekts ist es, individuelle und strukturelle Risiko- und Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit von Studierenden und Promovierenden mehrdimensional und über unterschiedliche methodische Zugänge zu untersuchen. Das Projekt kombiniert hierfür Sekundärdatenanalysen (Krankenkassendaten, Daten aus vorliegenden Studierendenbefragungen), ein quantitatives, jährliches Querschnittsmonitoring der (psychischen) Studierendengesundheit sowie qualitative Zugänge in Form von Interviews, Fokusgruppen und autoethnografischen Beobachtungen. Auf dieser Grundlage sollen evidenzbasierte, praxisnahe Handlungsempfehlungen für gesundheitsförderliche Hochschulstrukturen entwickelt und in die Hochschulpraxis transferiert werden. Das Projekt ist im Förderschwerpunkt “Wissenschafts- und Hochschulforschung (WiHo)” angesiedelt und wird gemeinsam mit acht Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sowie dem Promotionskolleg NRW umgesetzt.
Unser Arbeitsbereich ist im Teilprojekt „Vulnerable Phasen im Studienverlauf“ vertreten, das sich zentralen Übergangs- und Entwicklungsphasen im Studium und in der Promotion widmet. Ausgehend von der Beobachtung, dass insbesondere Studienübergänge – etwa der Studieneinstieg, der Wechsel vom Bachelor in den Master oder der Abschluss – mit erhöhten Anforderungen, Veränderungen und Unsicherheiten verbunden sein können, untersucht das Projekt deren Bedeutung für die mentale Gesundheit. Ziel ist es, vulnerable Phasen für die psychische Gesundheit im Studienverlauf zu identifizieren und auf dieser Basis Schlussfolgerungen für eine kontextsensible Ausgestaltung hochschulischer Gesundheitsförderung zu ziehen. Methodisch arbeitet das Teilprojekt qualitativ und längsschnittlich: In Interviews, Fokusgruppen und digitalen Tagebuchstudien werden Erfahrungen von Studierenden und Promovierenden in unterschiedlichen Studien- und Qualifikationsphasen erhoben und über einen theoriebildenden Zugang der Grounded-Theory-Methodologie analysiert. Die Ergebnisse fließen in die gemeinsame Verbundarbeit von MUTSPRUNG ein.
Mithilfe der durch den Verbund erreichbaren umfangreichen Stichprobe Studierender und Promovierender in verschiedenen Studienbedingungen, Fachgruppen und Phasen des Student Life Cycles und der Beteiligung relevanter Stakeholder, tragen die Ergebnisse des Projekts zur nachhaltigen Verbesserung der psychischen Gesundheit von Studierenden und Promovierenden bei. Die Synergien zwischen den Hochschulen erlauben zudem einen interdisziplinären Austausch, der innovative Lösungen für eine gesunde Hochschulumgebung fördert. Auf Basis dieser umfassenden Analysen werden in Kooperation mit Praxispartner*innen (Techniker Krankenkasse, Studierendenwerke, Netzwerke für gesunde Hochschulen, Arbeitskreis gesundheitsfördernde Hochschulen, Promotionszentrum Soziale Arbeit und weitere Hochschulen) Handlungsempfehlungen für einen Transformationsprozess mit der Praxis erarbeitet. In einem Delphi-Prozess zur Konsentierung werden diese Handlungsempfehlungen mit den genannten Praxispartner*innen sowie weiteren (politischen) Stakeholdern und Akteur*innen im Feld erarbeitet. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Transfer und ermöglichen Transformation an den Hochschulen.
Fördergeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Teilprojektleitung: Prof. Dr. Sandra Aßmann
Projektteam RUB: Prof. Dr. Sandra Aßmann, Monika Gesing (Wissenschaftliche Mitarbeiterin), Dilara Gündogdu (Studentische Hilfskraft)
Zeitraum: 12/2025 - 05/2029
Seit dem 01. Juli 2022 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) der SFB 1567 "Virtuelle Lebenswelten" gefördert. Dabei handelt es sich um einen interdisziplinären Forschungsverbund, bestehend aus 13 wissenschaftlichen Teilprojekten und mehr als 50 Wissenschaftler:innen aus Erziehungswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Linguistik, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und Sozialwissenschaft. Im Zentrum steht die Erforschung der Virtualität als eine treibende Kraft für gesellschaftliche und kulturelle Transformationsprozesse mit einer Fülle von lebensweltlichen Bezügen und ihren Normalisierungen.
Unser Arbeitsbereich ist mit dem Projekt "Essen in der virtuellen Lebenswelt: Food Studying in der Universität" vertreten. Es widmet sich der Frage, inwiefern das konkrete Ernährungsverhalten von Studierenden, aber auch das kommunikative Reflektieren über Essen, Well-Being und Nachhaltigkeit durch und in Virtualität mitbestimmt wird. Ausgehend von der Beobachtung, dass bislang (zu) wenig Erkenntnisse bzgl. der Verbindungen vorliegen, die Individuen zwischen ihrer Essenswahl und Umweltaspekten bei der Ernährungsproduktion und -distribution ziehen, untersucht das Projekt Aspekte von Selbstvermessung und Nachhaltigkeit in einer Mixed Methods-Studie. Konkret untersucht werden situative Praktiken der digitalen Selbstvermessung und ihrer virtuellen Aufbereitung. Der Fokus liegt auf (Selbst)Optimierungspraktiken und schließt damit an Arbeiten zum Quantified Self an. Dabei werden zentrale Artefakte (z. B. Apps und Wearables), mit denen virtuelle Körper- und Selbstbilder projiziert werden, und die Reflexion über eben diese in die Forschung einbezogen. Das Unterteilprojekt C01.1 nimmt dabei individuelle Praktiken in den Blick und das Unterteilprojekt C01.2 Vergemeinschaftungspraktiken.
UP C01.1 Ernährung auf dem Campus und virtuelle Selbstvermessung betrachtet den Ernährungsalltag von Studierenden in der virtuellen Lebenswelt Universität und hebt sowohl auf Praktiken des Essens als auch des virtuellen Medienhandelns ab. Im Fokus stehen individuelle Ernährungsstile auf dem Campus, die Entwicklung von Präferenzen und Strategien Studierender nebst empfundenen Hindernissen und deren mögliche Überwindung im Virtuellen (z. B. durch die Nutzung von Datenbanken zu Nährwertangaben) im Fokus. Mit einem Mixed Methods Design (ethnografische Methoden sowie Online-Befragungen) wird untersucht, inwiefern lokale gastronomische Angebote bei der Selbstvermessung Studierender relevant sind und welche Praktiken ausgeübt werden. Mitunter wird erhoben, inwiefern spezielle Angebote von Studierenden bewusst genutzt oder vermieden werden.
In UP C01.2 Social Eating in der Lebenswelt Universität werden Vergemeinschaftungs- versus Vereinzelungstendenzen mit dem Fokus auf Ernährung und Essenspraktiken untersucht. Fokussiert werden hierbei der „virtuelle Tisch“ und die soziale Funktion des Essens. Es werden u. a. die Fragen behandelt, inwiefern Social Networks von Studierenden genutzt werden, um sich zum Essen zu verabreden, inwieweit das Phänomen „Food Porn“ sowie dessen Dokumentation und Diskussion im virtuellen Raum im studentischen Alltag eine Rolle spielt und inwiefern das (virtuell) organisierte Mitbringen bzw. Zubereiten eigener Speisen für Studierende tragend ist. Hieraus ergibt sich die Frage nach Teilhabe bzw. Inklusions- und Exklusionsmechanismen einzelner Gruppen von Studierenden (z. B. Veganer:innen, Nachhaltigkeitsaktivist:innen, Foodblogger:innen). Um die Struktur des virtuellen Raums im Bereich des Social Eating aufzuschlüsseln und damit relevante Elemente, Diskurse, Symbole und Handlungsweisen zu bestimmen, werden Interviews sowie Artefaktanalysen durchgeführt und online-ethnografische Methoden eingesetzt.
Zudem leitet Sandra Aßmann das "Didaktikstudio" im SFB, welches die im SFB gesammelten didaktischen Erkenntnisse und die Perspektivierung ihrer Umsetzung in der Lehre bündelt.
Fördergeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Sprecher: Prof. Dr. Stefan Rieger
Teilprojektleitung: Prof. Dr. Sandra Aßmann
Projektteam RUB: Prof. Dr. Sandra Aßmann, Kira Lewandowski (C01.1), Jane Jürgens (C01.2), Raphaela Gilles (Didaktikstudio), Ariyan Arslan (Forschungsstudent)
Zeitraum: 07/2022 - 06/2026