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Während des Masterstudiums

Pädagogik als Unterrichtsfach der gymnasialen Oberstufe: die Fortführung des Bachelorstudiums der Erziehungswissenschaft auf der Masterstufe


Das Pädagogik-Studium im Master of Education baut auf dem erziehungswissenschaftlichen Studium der B.A.-Stufe auf und dient der Erweiterung fachwissenschaftlicher und -methodischer Kenntnisse und Kompetenzen als Grundlage professioneller Berufsausübung sowie der Anbahnung von im engeren Sinne berufsfeldbezogenen (Handlungs-)Kompetenzen für Ihre künftige Tätigkeit als Pädagogiklehrer/in.

Entsprechend vertieft das Pädagogikstudium im M. Ed. einerseits Kenntnisse zu wichtigen erziehungswissenschaftlichen Theorie- und Forschungsfeldern, die auch im Schulcurriculum des Faches Pädagogik von zentraler Bedeutung sind (wie z.B. Erziehungs- und Bildungstheorien, Entwicklungs- und Lerntheorien, Sozialisationstheorien). Es vermittelt andererseits Kenntnisse sowie Reflexionskompetenzen zu relevanten Rahmenbedingungen des Unterrichtsfaches Pädagogik sowie zu fachdidaktischen Theorieansätzen. 
Auf dieser Grundlage sollen Kompetenzen zur systematischen Planung, Beobachtung, Evaluation und Entwicklung von Pädagogikunterricht angebahnt und erprobt werden, die sodann im Rahmen der praxisbezogenen Ausbildungsanteile (Praxissemester, Referendariat, Weiterbildung) eingeübt und vertieft werden sollen.

Im Pädagogik-Studium an der RUB setzen Sie sich u.a. mit folgenden Fragen auseinander:

  • Wie sind die spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen des Faches Pädagogik (regionale Begrenzung, Status als Wahlfach der gymnasialen Oberstufe) zu erklären?
  • Welche Kompetenzen benötigen (angehende) Pädagogiklehrer/innen für eine professionelle Unterrichtsgestaltung?
  • Wie lässt sich Pädagogikunterricht systematisch, kontextsensibel und fachwissenschaftlich angemessen gestalten?
  • Welche fachdidaktischen Konzepte zum Umgang mit heterogenen Lernausgangslagen liegen für das Fach Pädagogik vor und wie lässt sich der Umgang mit Heterogenität im Pädagogikunterricht methodisch-didaktisch sinnvoll ausgestalten?
  • Welche Konzepte zur Begründung und Gestaltung des Fachunterrichts liegen vor und wo sind deren Stärken und Schwächen zu sehen?
  • Wie wird das Unterrichtsfach Pädagogik von Schüler/innen und Lehrkräften wahrgenommen und welches Fach-Image ist zu beobachten?
  • Wer wählt das Unterrichtsfach Pädagogik und welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus für die Gestaltung von Pädagogikunterricht?
  •  Was wissen wir über die (aktuelle) Gestaltung des Fachunterrichts und welche Entwicklungsbedarfe sind in dieser Hinsicht auszumachen?
  • Welche fachdidaktischen Konzepte liegen zur Nutzung digitaler Medien im Pädagogikunterricht vor und wie lassen sich digitale Medien methodisch-didaktisch ertragreich einbinden?
  • Wie lässt sich Pädagogikunterricht systematisch beobachten und analysieren?

Mit dieser Ausrichtung verknüpft das Pädagogik-Studium im Master of Education systematisch fachwissenschaftliche, fachdidaktische und berufsfeldbezogene Ausbildungselemente und soll auf diese Weise zu einer wissenschaftlich-theoretischen und praxisorientierten Ausbildung beitragen. 

Das Pädagogik-Studium im M. Ed. besteht aus drei Modulen: Die beiden Fachdidaktik-Module (FM 1/FM 2), die theoretische Grundlagen und praxisbezogene Kompetenzen für Ihre künftige Tätigkeit als Pädagogik-Lehrer/in vermitteln sollen, gehören zum Pflichtbereich. Ein drittes Modul wählen Sie aus dem Wahlpflichtbereich, der zentrale disziplinäre und schulcurriculare Themenfelder vertieft. Um die erforderliche Breite an Fachkenntnissen für Ihre künftige Berufstätigkeit zu gewährleisten, müssen Sie aus dem Wahlpflichtbereich jenes Aufbaumodul belegen, das Sie weder im B.A.-Studium der Erziehungswissenschaft noch in Bildungswissenschaft absolviert haben. Jedes Modul besteht aus mehreren thematisch unterschiedlich ausgerichteten Modulteilen, die vollständig abgedeckt werden müssen. 

Um eine bessere Studierbarkeit zu gewährleisten, lässt sich die Abfolge der Module und Modulteile im Prinzip flexibel ausgestalten. Eine Ausnahme bilden die Modulteile FM 2 T1-3, da FM 2 T1 und T2 als verpflichtende Vorbereitungsseminare vor dem Praxissemester belegt werden müssen. FM 2 T2 muss unmittelbar vor Antritt des Praxissemesters belegt werden, während FM 2 T3 verpflichtend begleitend zum Praxissemester absolviert wird. Abgesehen von diesen Festlegungen lassen sich gleichwohl Empfehlungen für eine sinnvolle Abfolge der Studienelemente geben, die Sie hier  finden.

Bitte informieren Sie sich in eCampus über die Inhalte und Ziele der Module in Pädagogik: Link zu Modulbeschreibungen in eCampus 
Einen Überblick zum Lehrangebot erhalten Sie hier.
Sie können hier einen Blick ins das Modulhandbuch Pädagogik werfen.

In den Fachdidaktik-Modulen werden alle Modulteile in Seminarform absolviert. In den Aufbaumodulen müssen Sie einen Modulteil in Form einer Vorlesung, die übrigen beiden Modulteile in Seminarform belegen. Bitte beachten Sie, dass die Vorlesungen im Aufbaumodul 1 zwischen den Modulteilen 1 und 3 sowie im Aufbaumodul 2 zwischen den Modulteilen 1 und 2 semesterweise im Wechsel angeboten werden. Im Aufbaumodul 3 ist die Vorlesung auf den ersten Modulteil festgelegt. Seminare auf der Master-Stufe werden als Oberseminare bezeichnet.
Alle Oberseminare werden mit 3 CP, alle Vorlesungen mit 2 CP kreditiert. Auf die Übung entfällt 1 CP. Die Modulprüfungen der Fachdidaktik-Module werden jeweils mit 2 CP, die Modulprüfung im Aufbaumodul mit 3 CP kreditiert.
Eine Übersicht über die Veranstaltungs- und Prüfungsformen bietet die nachfolgende Tabelle.
 

Grundsätzlich werden (unbenotete) Studienleistungen von (benoteten) Prüfungsleistungen unterschieden. Studienleistungen werden im Rahmen von Lehrveranstaltungen abgelegt und sind Bestandteil der aktiven Teilnahme. Sie werden nicht benotet, sondern lediglich kreditiert. Jedem Modul ist eine herausgehobene Prüfungsleistung (Modulprüfung) zugeordnet. Im Interesse der Förderung unterschiedlicher Kompetenzen und mit Bezug auf die jeweiligen Gegenstände der Module variieren die Prüfungsformate zwischen den drei Modulen des Pädagogik-Studiums:
Das Fachdidaktik-Modul 1 wird durch eine Klausur abgeschlossen, in der Kenntnisse und Reflexionskompetenzen zu Rahmenbedingungen und Didaktik des Unterrichtsfaches Pädagogik im Fokus stehen. Die Klausur bezieht sich auf beide Modulteile des Moduls und kann nach erfolgreichem Bestehen beider Modulteile absolviert werden. Die Modulprüfungen zum Modul FM 1 finden i.d.R. in der ersten Vorlesungswoche statt.

Die Modulprüfung des Moduls FM 2 besteht aus zwei Teilen, einem 5-8seitigen Projektbericht über das Studienprojekt im Praxissemester sowie einer 30minütigen mündlichen Prüfung (Kolloquium), die das Konzept und die Ergebnisse des Studienprojekts im Praxissemester zum Gegenstand der Reflexion und Diskussion macht. Die Prüfungsleistungen des Moduls fokussieren damit Strategien und Ergebnisse des forschenden Lernens. Sie gehen zu jeweils 50% in die Modulnote ein. Die mündlichen Prüfungen (Kolloquium) finden i.d.R. jeweils in der letzten oder vorletzten Vorlesungswoche (Januar/Februar bzw. Juli) statt. Voraussetzung für die Teilnahme an den Modulprüfungen ist, dass Sie Ihren Projektbericht zum Studienprojekt bis Mitte November (im Wintersemester) oder Mitte Mai (im Sommersemester) abgegeben haben.
Die den fachwissenschaftlichen Aufbaumodulen zugeordnete Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit. Hier stehen Theorie- und Empiriekenntnisse sowie Kompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens im Mittelpunkt. Die Hausarbeit schließt sich an eines der beiden Oberseminare der Aufbaumodule an.

Im Interesse eines angemessenen Workloads sollten Sie sich bei der Planung Ihres Pädagogik-Studiums einerseits um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Studien- und Prüfungsleistungen bemühen. Andererseits wird Ihnen auch eine sachlogisch-inhaltlich sinnvolle Auswahl der Module und Veranstaltungen das Studium sicherlich erleichtern. Nicht zuletzt wird die Organisation Ihres Master of Education-Studiums auch durch das Praxissemester bestimmt werden, das von der Mehrheit der Studierenden im zweiten oder dritten Semester absolviert wird.
Als Grundlage Ihrer Beschäftigung mit dem Unterrichtsfach Pädagogik und der Aneignung praxisbezogener Kompetenzen empfehlen wir für Ihr erstes Master of Education-Semester die Belegung beider Modulteile aus FM 1, die Ihnen Überblicke über Rahmenbedingungen und didaktische Konzepte zum Unterrichtsfach Pädagogik vermitteln. Die Modulprüfung könnten Sie bei diesem Verlauf in der ersten Vorlesungswoche des zweiten Master of Education-Semesters ablegen.
FM2 ist für das zweite und dritte Master of Education-Semester vorgesehen und ist rund um das Praxissemester konzipiert. Die Modulteile 1 und 2 sind dabei obligatorische Vorbereitungsveranstaltungen für das Praxissemester. Teil 1 findet semesterbegleitend und Teil 2 in der vorlesungsfreien Zeit, unmittelbar vor Antritt des Praxissemesters, statt. Teil 3 begleitet das Praxissemester. Für die vorlesungsfreie Zeit, die sich an das Praxissemester anschließt, empfehlen wir Teil 4, das die im Praxissemester gemachten Erfahrungen nachbereiten und vertiefen soll. Ebenfalls in der vorlesungsfreien Zeit könnten Sie sodann Ihren Projektbericht abgeben.
Die Studien- und Prüfungsleistungen der Module aus dem Wahlpflichtbereich (AM 1-3) bauen auf den Grundlagenmodulen des B.A.-Studiums auf und können im Master of Education daher jederzeit absolviert werden. Mit Blick auf die Masterarbeit, die regulär im 4. Master of Education-Semester absolviert wird, empfehlen wir gleichwohl, das Aufbaumodul möglichst in den ersten beiden Master of Education-Semestern zu absolvieren.
Unter der Maßgabe dieser Empfehlungen ergibt sich folgender idealtypischer Studienverlauf. Abweichungen sind unter Berücksichtigung möglicher Überschneidungen zu Ihren Bildungswissenschaft- oder Zweitfachveranstaltungen jedoch undramatisch. Lediglich im Fachdidaktik-Modul 2 ergeben sich obligatorische Festlegungen, die durch das Praxissemester bedingt sind.
 

Beispiel-Verlauf: Pädagogik-Studium mit Masterarbeit im Fach Pädagogik

Beispiel-Verlauf: Pädagogik-Studium mit Masterarbeit im Fach Pädagogik

Das etwa fünf Monate umfassende Praxissemester ist das Kernelement des Studiums im M. Ed. Sie absolvieren das Praxissemester in der Regel im zweiten oder dritten Master of Education-Semester. Das Praxissemester ist genuiner Bestandteil der universitären Lehramtsausbildung und unterscheidet sich in seinen Zielsetzungen entsprechend von der zweiten Phase der praxisorientierten Lehramtsausbildung, dem Referendariat. Während das Referendariat primär der Vermittlung praxisbezogener Handlungskompetenzen dient, soll das Praxissemester die Entwicklung einer reflexiven Grundhaltung zu Schul- und Unterrichtspraxis fördern. Es geht also darum, Rahmenbedingungen und Prozesse des Fachunterrichts systematisch beobachten, analysieren und reflektieren zu lernen. Dem entsprechen Strategien des forschenden Lernens wie die Beobachtung, Befragung und Material-Analyse. Realisiert werden sollen diese Zielsetzungen durch eine Verschränkung theoretischer und praktischer Fragestellungen und Methoden sowie eine Integration fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Studienanteile.

Im Praxissemester absolvieren Sie von Montag bis Donnerstag Praxisstudien in der Schule. Die Ausbildungszeit beträgt im schulpraktischen Teil insgesamt mindestens 390 Zeitstunden, worin 250 Zeitstunden Anwesenheit in der Schule enthalten sind. Nachgewiesen werden müssen im Rahmen der Anwesenheitszeiten im Unterricht unter Begleitung Unterrichtsvorhaben im Umfang von insgesamt 50 bis (maximal) 70 Unterrichtsstunden. Der Umfang von 50 Unterrichtsstunden darf nicht unterschritten werden. Die unterschiedlichen Unterrichtsvorhaben sollen möglichst gleichmäßig auf Pädagogik und Ihr zweites Fach verteilt werden. 

Das Praxissemester wird sowohl durch fachdidaktische Seminarveranstaltungen in Pädagogik (FM 2 T1 und 2) und in Ihrem zweiten Unterrichtsfach als auch durch ein obligatorisches Seminar in Bildungswissenschaft (KM2T3: Perspektiven und Methoden der Beobachtung und Analyse von Unterricht) vorbereitet und auch durch entsprechende Seminarangebote (in Pädagogik: FM 2 T3; in Bildungswissenschaft: KM2T4) begleitet. Die fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Begleitveranstaltungen während des Praxissemesters finden in der Vorlesungszeit im dreiwöchentlichen Rhythmus alternierend freitags statt. Zur Einführung erhalten Sie zu Beginn des Praxissemesters, d.h. außerhalb der Vorlesungszeit, zudem Einführungsveranstaltungen durch die zugeordneten Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsLs) (Bochum/Hagen). 

Um Sie optimal auf das Praxissemester vorbereiten und Ihnen auch den Einstieg in das Praxissemester sowie Ihr Studienprojekt erleichtern zu können, nehmen Sie nach der semesterbegleitenden Einführung in fachdidaktische Strategien der Unterrichtsplanung (FM 2 T1) unmittelbar vor Beginn des Praxissemesters an der Methodenschulung zu Strategien der Beobachtung und Analyse von (Pädagogik-)Unterricht (FM 2 T2) teil. Zudem findet auch die erste Sitzung des pädagogischen Begleitseminars – abweichend von den Regelungen in anderen Fächern – bereits zu Beginn des Praxissemesters in der vorlesungsfreien Zeit statt.